Solarzellen auf Bahngleisen: In Italien steht eine neue grüne Revolution bevor
Italien könnte dank eines Projekts eines Schweizer Start-ups, das ein innovatives System zur Installation von Solarmodulen entlang von Bahnstrecken entwickelt hat, bald ein wenig grüner werden.

Die Schweiz hat gerade einen weiteren Schritt in Richtung der ökologischen Wende in Europa unternommen, doch diese Innovation könnte bald auch auf Italien übergreifen.
Diese neue Technologie ermöglicht die Erzeugung sauberer, erneuerbarer Energie, ohne dass dafür zusätzliche Flächen benötigt werden. Auf lange Sicht könnte sie sogar dazu beitragen, Züge direkt mit Strom zu versorgen.
Auch der Betreiber des italienischen Eisenbahnnetzes hat Interesse bekundet, und mit einem lokalen Partner wurde bereits eine Vereinbarung getroffen, das System zu testen.
Eine vielversprechende Idee
In Buttes, in der Region Val-de-Travers, wurden versuchsweise 48 Solarmodule entlang eines 100 Meter langen Abschnitts einer Nebenbahnstrecke installiert. Im ersten Jahr des Versuchs erzeugten sie 16.000 Kilowattstunden Strom – genug, um den Jahresverbrauch eines modernen, vollständig elektrisch betriebenen Haushalts zu decken.
Im größeren Maßstab betrachtet könnte die erzeugte Energie, wenn diese Solarmodule entlang des gesamten Schweizer Eisenbahnnetzes mit einer Gesamtlänge von 5.317 Kilometern installiert würden, etwa 2 % des jährlichen Strombedarfs des Landes decken.
Angesichts des Erfolgs dieses Experiments, das drei Jahre lang laufen wird, hat auch Italien Interesse an der Idee bekundet, sein Eisenbahnnetz in ein riesiges Solarkraftwerk umzuwandeln.
Die Gerichtsverfahren werden in Italien beginnen
Der Erfolg des Schweizer Start-ups weckt weltweit Interesse, von Europa bis nach Fernost. Italien steht kurz davor, als erstes Land nach der Schweiz Solarmodule entlang seiner Bahnstrecken zu installieren.

Der Name des italienischen Partners wurde nicht bekannt gegeben. Die Vereinbarung wurde bereits unterzeichnet, allerdings wird mit dem Beginn der Installation der Solarmodule erst in einigen Monaten oder – was wahrscheinlicher ist – in etwa einem Jahr gerechnet. Der genaue Standort des Pilotprojekts wurde noch nicht festgelegt.
Weniger frequentierte Regionalbahnstrecken scheinen am besten geeignet zu sein, um die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste während der Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten. Es ist nicht das erste Mal, dass Italien Interesse am Ausbau der Photovoltaik unter Nutzung bestehender Infrastruktur zeigt.
Ein italienisches Start-up untersucht zudem die Möglichkeit, kleinere Solarmodule direkt zwischen den Schwellen von Eisenbahnschienen zu installieren. Eine weitere vielversprechende Option ist der Einsatz dieser Systeme entlang von Autobahnen.
Die Photovoltaik erlebt in Italien einen Boom
Italien zeigte schon bald Interesse an dieser Technologie, da die Nutzung von Photovoltaik-Energie dort in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat.
Angetrieben durch die europäische Politik zur Förderung der Solarenergie und den Abschluss langwieriger Testphasen ist die Branche im Land mittlerweile voll entwickelt.
Derzeit sind fast zwei Millionen Photovoltaikanlagen an das Stromnetz angeschlossen, die sowohl Privatpersonen als auch Großunternehmen gehören. Bis 2025 werden erneuerbare Energien 42 % des Strombedarfs des Landes decken.
Was das Schweizer Projekt besonders interessant macht, sind nicht nur die damit verbundenen Energieeinsparungen, sondern auch die einfache Montage und, falls erforderlich, Demontage der Paneele. Die routinemäßige Reinigung würde zudem mithilfe speziell angebrachter Bürsten an den Zugwaggons automatisiert werden.
Eine neue Art, Solarmodule zu nutzen
Die für die Einführung dieses Pilotprojekts in der Schweiz verwendeten Paneele sind so dünn, dass sie den Bahnverkehr nicht beeinträchtigen. Antireflexsysteme und Sensoren zur kontinuierlichen Überwachung gewährleisten zudem die Sicherheit im Bahnverkehr und schützen gleichzeitig die Paneele selbst.
Die größte Herausforderung bestand im erforderlichen Einbauwinkel der Paneele. Auch hier gelang es den Planern des Projekts, eine effektive Lösung zu finden.
In der Regel werden Solarmodule in einem Winkel zwischen 30 und 35° montiert. Die entlang von Bahnstrecken angebrachten Module werden jedoch horizontal installiert.
Diese Konfiguration führt zu einem leichten Wirkungsgradverlust, der auf etwa 10 % der Energieausbeute geschätzt wird. Berechnungen zeigen jedoch, dass der Wirkungsgradverlust angesichts der zahlreichen Vorteile dieser Lösung durchaus akzeptabel ist.
Artikelreferenz
Álvaro García. (2026). The European country that could launch a railway line powered by solar energy.