Die NASA stellt ihr zukünftiges Weltraumteleskop vor, das die Tiefen des Universums erforschen wird
Die NASA bereitet sich bereits mit PRIMA, einem künftigen Weltraumteleskop für den Ferninfrarotbereich, auf die Zeit nach James Webb vor.

Während das James-Webb-Weltraumteleskop unser Wissen über das Universum weiterhin revolutioniert, bereitet die NASA bereits dessen Nachfolger vor. Die US-Raumfahrtbehörde hat soeben PRIMA ausgewählt, ein neues Weltraumteleskop, dessen Start für das Jahr 2033 geplant ist.
Dieses Teleskop wird einen noch weitgehend unerforschten Teil des elektromagnetischen Spektrums beobachten, um einige der größten Geheimnisse des Universums zu lüften.
Ein neues Teleskop, um das Universum auf eine andere Art und Weise zu beobachten
Die NASA hat soeben die PRIMA-Mission (englische Abkürzung für PRobe far-Infrared Mission for Astrophysics oder „Sondenmission im fernen Infrarotbereich für die Astrophysik“) im Rahmen einer neuen Missionskategorie namens „Probe Explorers“ ausgewählt. Das Projekt tritt nun in eine neue Entwicklungsphase ein, wobei der Start für 2033 geplant ist, sofern die folgenden Phasen erfolgreich abgeschlossen werden.
PRIMA wird sich durch ein Hauptmerkmal auszeichnen: Es wird sich der Beobachtung des Universums im fernen Infrarot widmen. Dieser Teil des elektromagnetischen Spektrums ist für Astronomen besonders interessant, da er die Beobachtung von Objekten und Regionen ermöglicht, die bei anderen Wellenlängen nur schwer zu erkennen sind.
Die Erdatmosphäre absorbiert jedoch einen Großteil dieser Infrarotstrahlung, was deren Beobachtung vom Boden aus besonders schwierig macht. Das künftige Teleskop wird daher die Beobachtungen des James Webb ergänzen, die sich hauptsächlich auf den nahen und mittleren Infrarotbereich konzentrieren.
Diese Bereiche, die im sichtbaren Licht nur schwer zu beobachten sind, sind dennoch von großem Interesse, da sich in ihnen Sterne und Planeten in der Entstehung befinden. Das künftige Teleskop wird es Astronomen ermöglichen, bislang weitgehend unzugängliche Regionen zu erforschen und die dort ablaufenden Phänomene besser zu verstehen.

Diese künftige Mission wird die Nachfolge des europäischen Weltraumteleskops Herschel antreten, dessen Beobachtungen im fernen Infrarotbereich 2013 eingestellt wurden. Seitdem wurde dieser Teil des Spektrums weitaus weniger erforscht. So wird PRIMA eine bessere Beobachtung dieses „kalten Universums“ ermöglichen, das noch weitgehend unbekannt ist, und die Untersuchung astronomischer Phänomene ermöglichen, die bisher nur schwer nachzuweisen waren.
Von der Entstehung der Planeten bis zur Entwicklung der Schwarzen Löcher
Die wissenschaftlichen Ziele der PRIMA-Mission sind weitreichend. Das Teleskop soll beispielsweise ein besseres Verständnis der Entstehung von Planetensystemen vermitteln, indem es die Materiescheiben untersucht, die junge Sterne umgeben. Diese Beobachtungen könnten neue Erkenntnisse über die Voraussetzungen für die Entstehung von Planeten liefern.
Das künftige Observatorium wird sich auch auf die Entwicklung der Galaxien und das Wachstum der supermassiven Schwarzen Löcher in ihren Zentren konzentrieren. Durch die Beobachtung des Universums im fernen Infrarotbereich können Wissenschaftler den Staub und die schweren Elemente untersuchen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, und so besser verstehen, wie sich die Galaxien seit den frühesten Stadien des Universums entwickelt haben.
PRIMA wird zudem versuchen, das Wissen über den Ursprung des Wassers im Universum zu vertiefen. Zu diesem Zweck wird das Teleskop Regionen untersuchen, in denen Sterne und Planeten entstehen, um herauszufinden, wie Wasser entsteht und wie es anschließend in junge Planetensysteme gelangt. Diese Beobachtungen könnten insbesondere dazu beitragen, die Geschichte des Wassers auf unserem Planeten besser zu verstehen.
Frankreich wird bei dieser neuen NASA-Mission eine wichtige Rolle spielen. Das CNES wird unter anderem an der Entwicklung von PRIMAger mitwirken, der Kamera, mit der das Teleskop das Universum im fernen Infrarotbereich beobachten kann. Wenn die nächsten Schritte genehmigt werden, kann mit dem Bau des Teleskops begonnen werden und ein neues Kapitel in der Weltraumforschung aufgeschlagen werden – mit der Aussicht, Phänomene zu entdecken, die heute noch völlig unbekannt sind.
Artikelreferenz
Brice Haziza. (2026). “Une fenêtre sur l'Univers profond” : la Nasa présente Prima, son futur télescope spatial.