Ungewöhnlich: Merkur, der kleinste Planet des Sonnensystems, schrumpft weiter
Der kleinste Planet des Sonnensystems könnte im Laufe seiner Geschichte stärker geschrumpft sein als bisher angenommen. Wissenschaftler schätzen nun, dass der Merkur seit seiner Entstehung bis zu 23 Kilometer an Durchmesser verloren haben könnte.

Merkur, der als kleinster Planet des Sonnensystems gilt, ist stärker geschrumpft, als Wissenschaftler bisher angenommen hatten. Eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt schätzt, dass sich sein Durchmesser seit seiner Entstehung um etwa 23 Kilometer verringert hat.
Mercury schrumpfte stärker als erwartet
Merkur ist derzeit der kleinste Planet im Sonnensystem – ein Titel, den er seit 2006 innehat. Zuvor galt Pluto mit einem Durchmesser von 2.377 km als der neunte Planet im Sonnensystem und damit als der kleinste. Doch durch die Neueinstufung von Pluto als Zwergplanet ging dieser Titel auf den Merkur über.
Merkur hat einen Durchmesser von etwa 4.880 km und ist damit fast dreimal kleiner als die Erde. Doch wie die anderen terrestrischen Planeten hat er sich seit seiner Entstehung weiterentwickelt. Während er allmählich abkühlt, ziehen sich seine inneren Schichten zusammen, was auch dazu führt, dass der gesamte Himmelskörper schrumpft.
Auf dem Merkur hat dieser Volumenverlust deutlich sichtbare Spuren auf der Oberfläche hinterlassen. Der Vorgang lässt sich mit dem Austrocknen eines Apfels vergleichen: Wenn dieser allmählich an Volumen verliert, bildet sich seine Schale. In ähnlicher Weise hat die Abkühlung des Merkurs zu Verformungen seiner Oberfläche geführt, unter anderem zur Bildung zahlreicher Klippen und Grate.
#Mercury is shrinking more than expected ... Astronomers have long known that Mercury is shrinking, as the #planet cools down and contracts. But now, new research has found that the planet has likely shrunk some 30% more than we thought:https://t.co/5vdLtJrHKK
— EarthSky (@earthskyscience) September 15, 2026
NASA. pic.twitter.com/TA3lIcAIdq
Das Ausmaß dieses Phänomens wurde jedoch unterschätzt. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt schätzen, dass der Merkur seit seiner Entstehung bis zu 23 Kilometer an Durchmesser verloren hat, was zwischen 10 % und 30 % mehr ist als bisher angenommen.
Durch Meteoriteneinschläge ausgelöschte Spuren
Um zu diesem neuen Wert zu gelangen, untersuchten die Wissenschaftler die Strukturen auf der Oberfläche des der Sonne am nächsten gelegenen Planeten genauer. Insbesondere stellten sie fest, dass die zerklüftetsten Regionen weniger Spuren aufwiesen, die auf die allmähliche Kontraktion des Planeten zurückzuführen sind.
Dieses Merkmal lässt sich größtenteils durch die zahlreichen Meteoriteneinschläge erklären, die den Merkur im Laufe seiner Geschichte gezeichnet haben. Da der Planet über keine nennenswerte Atmosphäre verfügt, kann er einfliegende Objekte weder abbremsen noch zerbrechen, was zum Teil die Intensität des Meteoritenbombardements erklärt, dem er ausgesetzt war. Bei diesen Kollisionen herausgeschleudertes Gesteinsmaterial hat einige ältere Strukturen bedeckt und damit einen Teil der Spuren verdeckt, die durch die Kontraktion des Planeten entstanden sind.
Die Forscher mussten diese Gebiete daher berücksichtigen, um das Ausmaß des Phänomens genauer einschätzen zu können. Auf diese Weise konnten sie durch den Vergleich tektonischer Strukturen und der Topografie in verschiedenen Regionen des Merkur ermitteln, inwieweit bestimmte Verformungen im Laufe der Zeit verwischt worden waren.
Diese neuen Daten haben Wissenschaftler dazu veranlasst, frühere Schätzungen nach oben zu korrigieren. Frühere Berechnungen deuteten darauf hin, dass der Merkur um maximal 16 Kilometer geschrumpft war. Nach den neuesten wissenschaftlichen Schätzungen könnte der Planet im Laufe seiner 4,5 Milliarden Jahre langen Existenz bis zu 23 Kilometer an Durchmesser verloren haben.
Mercury Transfer Module separation confirmed!
— European Space Agency (@esa) September 3, 2026
After nearly eight years in space and billions of kilometres travelled, #BepiColombo's Mercury Transfer Module has successfully separated.
Signal acquired via our Cebreros deep-space antenna confirms the spacecraft is healthy pic.twitter.com/es5v8DqpAT
However, there is still much to discover about Mercury's evolution since its formation. New observations could allow us to measure the changes the planet has undergone more precisely and improve our understanding of how terrestrial planets evolve in different star systems. Scientists will be able to rely on the BepiColombo mission, led by ESA and JAXA, which is scheduled to enter orbit around Mercury in November.
Artikelreferenz
Breizh-info. (2026). Astronomy: The planet Mercury has lost up to 23 km in diameter since its formation.