Zum ersten Mal wurden Funksignale von einem anderen Planeten empfangen
Eine Nachricht von Außerirdischen? Magnetfelder? Oder einfach nur ein Schwindel?

Zum ersten Mal haben Astronomen Funksignale entdeckt, die direkt von einem Exoplaneten stammen. Dieser Riesenplanet mit der Bezeichnung Beta Pictoris b befindet sich etwa 63 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Eine beeindruckende Entdeckung, die es Wissenschaftlern permöglichen könnte, mehr über die Magnetfelder von Welten zu erfahren, die weit außerhalb unseres Sonnensystems liegen. Und nein, es handelt sich nicht um eine Nachricht von Außerirdischen!
Ein Riesenplanet in einer Entfernung von 63 Lichtjahren
Beta Pictoris b wurde 2008 entdeckt und ist ein Exoplanet, also ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems. Er umkreist den Stern Beta Pictoris, der im Sternbild Pictor zu sehen ist.

Dieser Planet hat jedoch sehr wenig mit der Erde gemeinsam. Es handelt sich um einen Gasriesen, der etwa zehnmal so massereich ist wie Jupiter. Außerdem dreht er sich sehr schnell um seine eigene Achse: Ein Tag dauert dort nur 8 bis 9 Stunden!
Um dies zu untersuchen, nutzten die Astronomen MeerKAT, ein in Südafrika installiertes Radioteleskop-Netzwerk. Dank dieser Beobachtungen entdeckten sie mehrere kurze Funksignale, die offenbar direkt von Beta Pictoris b stammen.
Polarlicht, das als Quelle von Funksignalen dient
Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung: Höchstwahrscheinlich werden die Außerirdischen gar nicht versuchen, mit uns zu kommunizieren. Die Erklärung ist viel naheliegender, aber ebenso faszinierend.

Die Forscher gehen davon aus, dass diese Radiowellen mit den starken Polarlichtern zusammenhängen, die rund um den Exoplaneten auftreten. Dieses Phänomen ist uns bereits aus unserem eigenen Sonnensystem bekannt.
Beta Pictoris b würde ähnlich funktionieren, allerdings in gigantischem Ausmaß. Die besonderen Merkmale der beobachteten Signale ermöglichten es den Wissenschaftlern, diese mit dem Magnetfeld des Planeten in Verbindung zu bringen.
Ein Magnetfeld, das tausendmal stärker ist als das der Erde
Und diese Zahl ist besonders beeindruckend. Nach Schätzungen der Forscher ist das Magnetfeld von Beta Pictoris b tausendmal stärker als das der Erde!
On aurait capté pour la première fois les émissions radio dune exoplanète : Beta Pictoris b, à 63 années-lumière. Pas des extraterrestres mais plutôt des aurores. https://t.co/o6yCwCygO9
— Eric Vandal ️️ (@Eric_Vandal_) October 2, 2026
Dieser Unterschied ließe sich insbesondere durch die Eigenschaften des Planeten erklären: Beta Pictoris b ist extrem massereich und dreht sich sehr schnell um seine eigene Achse.
Vor allem aber könnten diese Signale den Astronomen eine neue Möglichkeit bieten, Exoplaneten zu untersuchen. Magnetfelder sind entscheidend für das Verständnis ihrer inneren Funktionsweise, ihrer Entwicklung und ihrer Wechselwirkungen mit ihrem Stern.
Eine Entdeckung, die noch bestätigt werden muss
Diese erste Entdeckung könnte somit ein neues Kapitel in der Erforschung von Planeten außerhalb des Sonnensystems einläuten. Bislang war es besonders schwierig, deren Magnetfelder direkt zu beobachten. Die Radiostrahlung könnte nun als neues Werkzeug für Astronomen dienen.
Dennoch ist Vorsicht geboten. Die Studie, in der diese Entdeckung vorgestellt wird, wurde als wissenschaftliche Vorabveröffentlichung veröffentlicht und noch nicht im Rahmen eines Peer-Review-Verfahrens von anderen Forschern begutachtet.
Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, könnte Beta Pictoris b der erste Exoplanet werden, bei dem Radioemissionen von Polarlichtern direkt nachgewiesen wurden. Und mit immer leistungsstärkeren Radioteleskopen werden wir viele weitere, immer weiter entfernte Welten hören können!
Artikelreferenz
Alexandre Brunet, Science&Vie. (26:09/2026). POUR LA PREMIÈRE FOIS, ON A DÉTECTÉ DES SIGNAUX RADIO PROVENANT DIRECTEMENT D'UNE EXOPLANÈTE.