Amazonas: Übermäßige Phosphor- und Metallkonzentrationen geben Anlass zur Sorge
Eine Studie, die Daten aus 41 Jahren auswertet, zeigt, dass Flüsse in der Nähe der Industriezentren Barcarena und Abaetetuba zwar typische Merkmale des Amazonasgebiets aufweisen, jedoch bereits einen überhöhten Phosphorgehalt, sinkende Werte an gelöstem Sauerstoff sowie Metallbelastungen aufweisen, die eine strengere Überwachung erfordern.

Die Flüsse in der Region Barcarena und Abaetetuba im Bundesstaat Pará weisen nach wie vor die typischen Merkmale des feuchten Amazonasgebiets auf: warmes Wasser, leicht saure Bedingungen und einen starken Einfluss durch Niederschläge. Eine in „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie zeigt jedoch, dass dieses natürliche Bild mittlerweile mit deutlichen Anzeichen menschlicher Beeinflussung einhergeht, insbesondere was die Phosphatwerte, den Gehalt an gelöstem Sauerstoff und bestimmte Metalle betrifft, die einer ständigen Überwachung bedürfen.
Dies ist wichtig, da es ohne eine solide historische Vergleichsgrundlage wesentlich schwieriger wird, natürliche Schwankungen in den Flüssen des Amazonasgebiets von den kumulativen Auswirkungen von Abwasser, Urbanisierung und industrieller Tätigkeit zu unterscheiden.
Amazonaswasser, jedoch mit Anzeichen von Stress
In vielerlei Hinsicht entspricht das Wasserverhalten nach wie vor den Erwartungen für große Flüsse im östlichen Amazonasgebiet. Die Temperaturen lagen weiterhin bei etwa 29 Grad Celsius, der durchschnittliche pH-Wert betrug 6,8 und der Gehalt an gelösten Stoffen blieb niedrig, was auf ein verdünntes System hindeutet, das durch den starken Wasserfluss stark durchspült wird. Gleichzeitig ist das Untersuchungsgebiet geprägt von städtischem Wachstum, einer unzureichenden Abwassersammlung und -behandlung sowie einer starken industriellen Expansion – ein Hintergrund, der erklärt, warum Anzeichen einer Verschlechterung immer deutlicher werden.

Das auffälligste Ergebnis in diesem Teil der Studie ist der Rückgang des gelösten Sauerstoffs im Laufe der Zeit. Der Durchschnittswert liegt zwar weiterhin über dem gesetzlichen Mindestwert, doch sind Episoden von Sauerstoffmangel, in denen der Sauerstoffgehalt auf sehr niedrige Werte absinkt, im letzten Jahrzehnt häufiger geworden. Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass der Fluss zwar noch funktioniert, aber zunehmend mehr leisten muss, um die in das System gelangende organische Belastung zu bewältigen.
Der Phosphorgehalt steigt, und der Druck durch die Verstädterung wird deutlich
Wenn es einen Faktor gibt, der die Warnung der Studie auf den Punkt bringt, dann ist es Phosphor. Die Gesamtphosphorkonzentration überschritt die Grenzwerte für Süßwasser und stieg im Laufe der Zeit an. Die Studie ergab zudem ein sehr niedriges Stickstoff-Phosphor-Verhältnis, was darauf hindeutet, dass dem System im Vergleich zu anderen Nährstoffen übermäßig viel Phosphor zugeführt wird.
Die Autoren analysierten die Ursachen dieses Drucks und stellten fest, dass der größte Anteil auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist:
- Das häusliche Abwasser machte 40 Prozent der geschätzten Phosphorbelastung aus
- Der Bodenabfluss machte 14 Prozent aus
- Auf die städtische Entwässerung entfielen 10 Prozent, was die Bedeutung der Stadterweiterung unterstreicht
Das Problem wird bei einer Betrachtung der lokalen Infrastruktur deutlicher. Die Studie hebt hervor, dass der Anteil der Abwasseraufbereitung in der Region nach wie vor gering ist – in Teilen des untersuchten Systems unter 15 Prozent –, während Barcarena und Abaetetuba in den letzten Jahrzehnten ein Bevölkerungswachstum und eine wirtschaftliche Expansion verzeichneten. Die Folge ist, dass der Fluss mehr Schadstoffe aufnimmt, als er sicher verwerten kann.
Metalle erfordern eine sorgfältigere Interpretation
Nicht jedes in der Studie gefundene Metall deutet automatisch auf eine jüngere industrielle Verschmutzung hin. Eisen und Aluminium beispielsweise treten teilweise aufgrund der lokalen Geologie in hohen Konzentrationen auf, was mit der Barreiras-Formation und den stark ausgelaugten Böden in der Region zusammenhängt.
Den Autoren zufolge sollte man besonders auf Cadmium, Blei und Quecksilber achten. Die Cadmiumwerte lagen weiterhin sehr nahe am gesetzlichen Grenzwert, und auch die Quecksilberwerte näherten sich dem Referenzwert für diese Art von Wasser. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Alkalität gering ist, was die Fähigkeit des Systems zur Neutralisierung chemischer Veränderungen einschränkt.
In der Praxis bedeutet dies, dass diese Flüsse nicht nur wichtig, sondern auch äußerst empfindlich sind. In der Nähe eines Industriezentrums macht diese Kombination eine kontinuierliche Überwachung unverzichtbar und nicht nur optional.
Quellenhinweis:
Environmental background in Amazonian rivers near the industrial pole, northern Brazil. 3 de abril, 2026. Rollnic, M., Noriega, C., Monteiro, S. et al.