Die Bortle-Skala und wie man herausfindet, ob der Himmel über Ihrer Stadt geeignet ist, um die Milchstraße zu beobachten

Nicht überall kann man die Milchstraße am Himmel sehen. Die Bortle-Skala stuft die Dunkelheit des Nachthimmels auf einer Skala von 1 bis 9 ein und hilft dabei festzustellen, ob in Ihrer Stadt geeignete Bedingungen für die Beobachtung von Sternen, Galaxien und astronomischen Phänomenen herrschen.

Die Bortle-Skala zeigt, wie Lichtverschmutzung den Nachthimmel verändert: von dunklen Landschaften, in denen die Milchstraße die Nacht dominiert, bis hin zu Städten, in denen kaum noch Sterne zu sehen sind.
Die Bortle-Skala zeigt, wie Lichtverschmutzung den Nachthimmel verändert: von dunklen Landschaften, in denen die Milchstraße die Nacht dominiert, bis hin zu Städten, in denen kaum noch Sterne zu sehen sind.

Warum sieht die Milchstraße an manchen Stellen wie eine helle Wolke aus, die sich über den Himmel erstreckt, während an anderen Stellen nur wenige Sterne zu sehen sind? Die Antwort liegt in der Lichtverschmutzung und in einem wichtigen Instrument zu ihrer Messung: der Bortle-Skala.

Wenn man in den Nachthimmel blickt, sieht man nicht immer dasselbe Universum. In einer Großstadt erhellen Lichter von Straßen, Gebäuden, Autos und Werbetafeln die Atmosphäre und erzeugen eine Art „künstlichen Dunst“, der die schwächsten Sterne überdeckt. Fernab von städtischen Zentren gewinnt der Himmel jedoch seine Tiefe und seinen Kontrast zurück und lässt sogar das milchige Band unserer Galaxie erkennen.

Um festzustellen, wie dunkel ein Himmel ist, verwenden Amateurastronomen und Himmelsbeobachter die Bortle-Skala, ein System, das die Qualität des Nachthimmels auf einer Skala von 1 bis 9 einstuft, wobei 1 für einen außergewöhnlich dunklen Himmel und 9 für einen durch künstliches Licht stark verschmutzten städtischen Himmel steht.

Was misst die Bortle-Skala?

Die Bortle-Skala misst weder Wetterbedingungen noch die Bewölkung, sondern vielmehr die Helligkeit des Nachthimmels, die in erster Linie durch Lichtverschmutzung verursacht wird. Sie wurde vom Amateurastronomen John E. Bortle entwickelt und dient als praktischer Anhaltspunkt, um einzuschätzen, wie gut Sterne, Galaxien, Nebel und natürlich die Milchstraße beobachtet werden können.

Die Bortle-Skala gibt Aufschluss darüber, inwieweit das Licht den Sternen die Show stiehlt und wie gut die Milchstraße zu sehen ist.

This means that the lower the number, the better the sky for observing. The higher the number, the more lights you will have competing with the stars. And yes, unfortunately, the lights usually win by a landslide.

Von 1 bis 9: Wie sich der Nachthimmel verändert

Ein Himmel der Bortle-Stufe 1 entspricht nahezu perfekten Bedingungen: tiefe Dunkelheit, ein klarer Horizont und eine deutlich sichtbare Milchstraße, deren Details mit bloßem Auge erkennbar sind. Diese Art von Himmel findet man in abgelegenen Gebieten, weit entfernt von Städten, Autobahnen und Industriebeleuchtung.

Bei Bortle 2 und 3 sind die Bedingungen für die Astronomie weiterhin hervorragend. Die Milchstraße ist deutlich zu sehen, und einige ihrer inneren Strukturen lassen sich auch ohne Teleskop erkennen, insbesondere in mondlosen Nächten.

Die Bortle-Skala stuft die Qualität des Nachthimmels auf einer Skala von 1 bis 9 ein: Je niedriger der Wert, desto besser sind die Bedingungen für die Beobachtung der Milchstraße.
Die Bortle-Skala stuft die Qualität des Nachthimmels auf einer Skala von 1 bis 9 ein: Je niedriger der Wert, desto besser sind die Bedingungen für die Beobachtung der Milchstraße.

Am Himmel der Bortle-Klasse 4 ist bereits eine gewisse Lichtverschmutzung zu erkennen, doch lässt sich die Milchstraße dennoch sehen, wenn auch mit geringerem Kontrast. Für viele Menschen ist dies vielleicht der erste große Schritt vom „Ich kann Sterne sehen“ zum „Ich kann eine Galaxie über meinem Kopf sehen“.

Bei Bortle 5 und 6, wie sie für Vororte oder mittelgroße Städte typisch sind, lässt sich die Milchstraße mit bloßem Auge nur noch schwer oder fast gar nicht mehr erkennen. Helle Sterne, Planeten und der Mond bleiben sichtbar, schwache Objekte verschwinden jedoch.

Die Bortle-Stufen 7, 8 und 9 entsprechen hell erleuchteten städtischen Himmeln. In diesen Fällen kann der Himmel gräulich oder orange erscheinen, und nur die hellsten Sterne bleiben sichtbar. Die Milchstraße ist in der Praxis überhaupt nicht zu sehen.

Welchen Bortle-Grad brauche ich, um die Milchstraße zu sehen?

Um die Milchstraße mit bloßem Auge zu beobachten, sollten Sie am besten Orte mit einer Bortle-Klasse von 4 oder dunkler aufsuchen. Für ein wirklich beeindruckendes Erlebnis sollten Sie idealerweise Orte der Bortle-Klassen 1, 2 oder 3 ansteuern, die weit entfernt von direkter Beleuchtung liegen und einen unverbauten Horizont bieten.

Doch der Index ist nicht alles. Auch die Mondphase, die atmosphärische Transparenz, die Bewölkung, die Luftfeuchtigkeit und die Jahreszeit spielen eine Rolle. Eine mondlose Nacht ist immer deutlich besser als eine mit Vollmond, denn selbst natürliches Licht kann schwache Sterne und Details der Galaxie verdecken.

Um die Milchstraße zu sehen, sollten Sie nach einem Himmel der Bortle-Klasse 4 oder dunkler Ausschau halten: kein Mond, keine Wolken und weit entfernt von städtischen Lichtquellen.

Darüber hinaus können Sie Karten zur Lichtverschmutzung einsehen, wie beispielsweise „Light Pollution Map“ und ähnliche Plattformen, auf denen Sie nach einer Stadt oder bestimmten Koordinaten suchen und den Bortle-Wert des jeweiligen Ortes abschätzen können. Es gibt auch Astronomie-Apps, die Ihnen dabei helfen, nächtliche Ausflüge anhand des Standorts, der Mondphase und der Sichtverhältnisse zu planen.

Wenn Ihre Stadt einen hohen Bortle-Wert aufweist, heißt das nicht, dass Sie aufgeben sollten. Manchmal kann schon eine Fahrt von nur 30, 60 oder 90 Minuten vom Stadtzentrum weg einen enormen Unterschied machen. Ein dunkler Himmel ist nicht immer so weit entfernt; man muss einfach nur dem „Stadion-Modus“ der Stadt entfliehen.

Lichtverschmutzung betrifft nicht nur diejenigen, die die Milchstraße fotografieren möchten. Sie beeinträchtigt auch die astronomische Forschung, stört nachtaktive Ökosysteme und schwächt unsere Verbindung zum Himmel. In Ländern wie Spanien, wo sich einige der besten Sternenhimmel der Welt befinden, geht es beim Schutz der nächtlichen Dunkelheit auch darum, einen privilegierten Blick ins Universum zu bewahren.

Artikelreferenz

Sky and Telescope. (2026). Measuring light pollution: The Bortle dark sky scale.