Grünkohl, Radieschen und Brokkoli: So baut man Kreuzblütler zu Hause an und profitiert das ganze Jahr davon
Wichtige Tipps zum Anpflanzen und zur Pflege, damit Ihr Balkon oder Garten zu einer unerschöpflichen Quelle für Antioxidantien, Nährstoffe und frische Ballaststoffe wird.

Eine Ecke des eigenen Gartens in eine Nährstoffquelle zu verwandeln, ist einfacher, als man denkt. Zur Familie der Kreuzblütler gehören viele der Gemüsesorten, die besonders vorteilhaft für die Gesundheit des Verdauungssystems und der Zellen sind.
Der Anbau von Grünkohl, Radieschen und Brokkoli ermöglicht eine nahezu kontinuierliche Ernte. Wenn man diese Gemüsesorten in den Gemüsegarten integriert, ist man das ganze Jahr über mit frischen Ballaststoffen, Antioxidantien und schützenden Inhaltsstoffen versorgt.
Das Geheimnis ihres gesundheitlichen Nutzens liegt in einer Art natürlichem „chemischem Schutzschild“. Diese Gemüsesorten enthalten Glucosinolate, jene Schwefelverbindungen, die ihnen ihren so charakteristischen Geschmack verleihen.

Wenn die Pflanze geschnitten oder gekaut wird, setzt sie ein Enzym frei, das diese Substanz in Sulforaphan umwandelt, ein starkes natürliches Antioxidans. Dieses Molekül trägt dazu bei, Entzündungen im Gewebe zu lindern und schützt die Darmwände, während seine Ballaststoffe die nützlichen Bakterien der Darmflora ernähren und die Verdauung fördern.
Das sind drei Möglichkeiten, die Sie in Ihren Gemüsegarten integrieren können.
1. Grünkohl: Das widerstandsfähige Gemüse, das monatelang Ertrag liefert
Grünkohl (auch als „Kale“ bekannt) hat sich erfolgreich an das Klima in Argentinien angepasst. Er verträgt Frost problemlos, und milde Kälte mildert seinen natürlichen bitteren Geschmack.

Zunächst kann man die Samen Ende Sommer oder im Herbst in eine Saatbeete aussäen. Sobald der Sämling vier Blätter hat, wird er an seinen endgültigen Standort umgepflanzt. Pro Pflanze benötigt man einen Behälter mit einem Fassungsvermögen von mindestens 15 Litern und einer Tiefe von 30 Zentimetern. Im Freiland empfiehlt es sich, einen Abstand von etwa 40 Zentimetern zwischen den Reihen einzuhalten.
Sie benötigt mindestens fünf bis sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag, um kräftig zu wachsen. Sie muss mäßig, aber regelmäßig gegossen werden, damit der Boden stets leicht feucht bleibt. Ein zu trockener Boden verlangsamt das Austreiben neuer Blätter und verstärkt deren bitteren Geschmack, während Staunässe das Auftreten von Pilzen begünstigt.
Der große Vorteil von Grünkohl ist die kontinuierliche Ernte. Es ist nicht notwendig, die gesamte Pflanze auszureißen. Man erntet die größten äußeren Blätter, beginnend von unten und nach oben arbeitend, wobei man die Mitte frei lässt, damit sie weiterwachsen kann. Eine einzige Pflanze kann über vier Monate lang frische Blätter liefern.
2. Brokkoli: ein nährstoffreicher Blütenstand
Brokkoli erfordert etwas mehr Geduld, aber die Erntemenge entschädigt für den Aufwand. Es handelt sich um eine Herbst- und Winterkultur, die ohne allzu hohe Temperaturen gut gedeiht.

Die Aussaat in Einzelkübel kann im Februar oder März erfolgen. Beim Umpflanzen ist zu beachten, dass die Pflanze viel Platz benötigt: Pro Pflanze sind 20–25-Liter-Töpfe erforderlich oder ein Abstand von einem halben Meter zwischen den Pflanzen, wenn sie im Beet angebaut werden. Sie benötigt vom ersten Tag an direkte Sonneneinstrahlung und einen mit Kompost angereicherten Boden.
Der Haupttrieb sollte geerntet werden, wenn die Knospen noch kompakt und grün sind, bevor sich die gelben Blüten öffnen. Nach dem Abschneiden des Hauptstiels bildet die Pflanze noch einige Wochen lang kleinere Seitentriebe.
3. Ravanelli: Schnelligkeit und Flexibilität für kleine Räume
Der Rettich ist die ideale Alternative, wenn man nur wenig Platz hat oder noch Anfänger im Gemüseanbau ist. Er kann fast das ganze Jahr über angebaut werden, mit Ausnahme der heißesten Zeit im Sommer.
Die Aussaat erfolgt direkt am endgültigen Standort, ohne dass ein Saatbeet benötigt wird. Ein Pflanzkübel mit einer Tiefe von nur 15 Zentimetern reicht aus. Man muss lediglich einen Abstand von etwa 5 bis 8 Zentimetern zwischen den einzelnen Samen einhalten, damit sich die Wurzeln ungehindert entwickeln können.

Regelmäßiges Gießen ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn das Substrat vollständig austrocknet, werden die Wurzeln holzig und zu scharf. 30 bis 40 Tage nach dem Keimen sind die Radieschen bereits erntereif und können frisch verzehrt werden.
Wie man den Kalender so gestaltet, dass man über alle 12 Monate hinweg sammeln kann
Der Schlüssel zur Aufrechterhaltung der Produktion über das ganze Jahr hinweg liegt in der gestaffelten Aussaat der drei Arten entsprechend den Jahreszeiten in unserem Land:
Herbst und Winter: Dies ist die Zeit, in der Grünkohl und Brokkoli am stärksten wachsen. Während Grünkohl Woche für Woche neue Blätter liefert, bildet Brokkoli seine Hauptblütenstände in der Mitte der Saison aus.

Frühling: Der Rettich tritt in seine schnellste Wachstumsphase ein; alle 15 Tage wird neu ausgesät, begleitet von den sekundären Seitentrieben des Brokkolis und den letzten Blättern des Grünkohls vor dem Einsetzen der Hitze.
Sommer: In den Monaten mit großer Hitze lässt sich die Radieschenernte erhalten, wenn die Radieschen im Halbschatten ausgesät und reichlich bewässert werden. Ende Januar können bereits die Saatbeete für Grünkohl und Brokkoli vorbereitet werden, um den Anbauzyklus neu zu starten.
Längere Hitzeeinwirkung zerstört das Enzym, das Sulforaphan bildet. Um die Eigenschaften von Grünkohl und Brokkoli zu erhalten, empfiehlt es sich, diese drei bis fünf Minuten lang zu dämpfen. Durch diese Zubereitungsart bleiben sie knackig und behalten ihre intensive grüne Farbe. Radieschen sollten idealerweise roh und in feine Scheiben geschnitten in Salaten verzehrt werden.