Künstliche Mini-Gletscher in Chile sollen vor Wasserknappheit schützen
Durch die Klimaveränderungen leiden vor allem Länder, die sehr stark von Gletscher abhängig sind. Gletscher galten lang als eine des wichtigsten lokalen Wasserreservoirs. Das Süßwasser wird im Sommer zu einer überlebenswichtigsten Ressource.

Durch die Klimaerwärmung werden die Gletscher beispielsweise in Chile immer weiter schrumpfen.
Weniger Gletscher gefährden die Süßwasservorräte
Dadurch ist die Wasserversorgung in einer Umbruchsituation. Viele internationale Forscherinnen und Forscher arbeiten weltweit an neuen Lösungen. Hoch oben auf den Gletschern finden wir jetzt in Chile sogenannte Wasserpyramiden.
Diese wurden von Ingenieurinnen und Ingenieuren entwickelt und sind aktuell noch in der Erprobungsphase.
Eispyramiden sollen unterstützen
Bereits im Himalaya gibt es solche speziellen Mini-Gletscher. Durch diese Eispyramiden wird das Wasser besonders effizient geleitet. Die Schwerkraft sorgt dafür, dass das Schmelzwasser zunächst durch ein Rohr hinabläuft und dann wieder mit dem Druck durch feine Düsen eine Art Sprühregen auf der Eispyramide bildet. So wird das Gletscherwasser am Gletscher gehalten und geht nicht durch die Hitze im Sommer einfach so verloren.
So ist es das Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Eis langsamer schmelzen zu lassen. Diese neuen Eispyramiden speichern das Wasser deutlich länger und führen es gezielter ins Tal. Besonders an heißen Tagen kann so die Bevölkerung noch auf frisches Trinkwasser zugreifen.
Dürreperioden und Trockenheit werden immer häufiger
In Chile herrscht seit über 15 Jahren eine starke Dürre. Die Gletscher schrumpfen in den Anden immer weiter. Sie sind für die Bevölkerung die wichtigste Quelle zu Wasser. Auch in anderen Ländern gibt es immer häufiger starke Dürreperioden und Trinkwasserknappheit.

Zudem gibt es in den Regionen starke Extremwetterereignisse, die den Menschen vor Ort das Leben zusätzlich schwer machen. So wurde in der Himalaya-Region in Nepal und Pakistan in den letzten Jahren immer mehr Infrastruktur zerstört. Laut der Vereinten Nationen steigen die Temperaturen in der Himalaya-Region doppelt so schnell wie in anderen Regionen der Welt. So könnten dort mehr als ein Drittel der Gletscher verschwinden. So gehören Nepal uns Pakistan zu den Ländern, die am meisten vom Klimawandel bedroht sind.
In vielen Ländern gefährden Extremwetterereignisse die Infrastruktur
So kann die Wasserknappheit durch Extremwetterereignisse und durch Dürre verursacht werden. Wenn extremer Niederschlag beispielsweise die Versorgungsinfrastruktur beschädigt, leiden die Menschen vor Ort ebenfalls unter Wasserknappheit.
Während die detaillierten Auslöser der Dürre in den Anden noch untersucht werden, appellieren internationale Forschungsteams immer wieder, dass Megadürren nicht zur neuen Normalität werden dürfen. Sie fordern die Entscheidungsträger und die Weltwirtschaft auf, nachhaltig und zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen.
Quellenhinweise
Deutsche Welle. (2023). Gletscher in Asien: Wassermangel und Sturzfluten. Asien. Natur und Umwelt.
ZDF.de (2026). Künstliche Gletscher als Idee gegen den Wasser-Bankrott. Trinkwasser-Knappheit nimmt zu. Wissen. ZDF Heute.