Tausende rosa Seegurken bedecken die Strände in Thailand: Das Video dieses Phänomens gibt Wissenschaftlern Rätsel auf

An mehreren Stränden von Mae Ramphueng sind gestrandete Stachelhäuter aufgetaucht, die die Küste in ein auffälliges Rosa getaucht haben. Die Behörden untersuchen dieses ungewöhnliche Phänomen, während Wissenschaftler Regenfälle und Meeresströmungen als mögliche Ursachen nennen.

Ein seltenes Naturphänomen hat Mae Ramphueng, einen 12 Kilometer langen Küstenabschnitt in der Provinz Rayong am Golf von Thailand, in ein beeindruckendes Naturschauspiel verwandelt.

Tausende von warzigen, rosafarbenen Seegurken – Cercodemas anceps – sind an der Küste angespült worden und haben Anwohner und Touristen in Erstaunen versetzt, die Bilder dieses ungewöhnlichen Ereignisses umgehend in den sozialen Medien und Nachrichtenkanälen geteilt haben.

Nach dem Vorfall hat das thailändische Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt eine dringende Untersuchung des Phänomens gefordert. Ziel ist es, die Ursachen für das Massenauftreten dieser Stachelhäuter zu ermitteln, das in dieser Region als äußerst ungewöhnlich gilt.

Seegurken, allgemein als „Sea Cucumbers“ bekannt, sind wirbellose Tiere, die zur Gruppe der Stachelhäuter gehören – derselben Familie wie Seesterne und Seeigel – und normalerweise auf dem Meeresboden leben.

Obwohl es noch keine endgültige Erklärung gibt, ziehen Experten mehrere Hypothesen in Betracht, die mit den in den letzten Tagen verzeichneten meteorologischen und ozeanografischen Bedingungen zusammenhängen.

Starke Regenfälle und Meeresströmungen gehören zu den wichtigsten Theorien

Seegurken leben auf dem Meeresboden, weshalb es ungewöhnlich ist, sie in so großer Zahl am Strand anzutreffen – eine Entwicklung, die die Aufmerksamkeit von Forschern und Umweltbehörden auf sich gezogen hat.

Ersten Einschätzungen zufolge könnten die jüngsten starken Regenfälle und Veränderungen der Meeresströmungen dazu geführt haben, dass diese Tiere aus ihrem gewohnten Lebensraum verdrängt und an die Küste getrieben wurden.

Stürme verändern häufig die Meeresdynamik und erzeugen Wellen und Strömungen, die Meeresorganismen in flache Gewässer transportieren können. Wenn diese Bedingungen mit günstigen Gezeiten zusammenfallen, kann es zu einer massiven Ansammlung von Arten an den Stränden kommen.

Experten untersuchen zudem, ob andere Umweltfaktoren, wie etwa Veränderungen der Wassertemperatur oder durch Niederschläge verursachte Schwankungen des Salzgehalts, zu dieser Massenflucht beigetragen haben könnten.

Eine wichtige Rolle im marinen Ökosystem

Auch wenn ihr Aussehen vielen Menschen ungewöhnlich erscheinen mag, spielen Seegurken eine wichtige Rolle im Ozean. Indem sie Sedimente und organisches Material aufnehmen, führen sie Nährstoffe dem Kreislauf zu und tragen dazu bei, den Meeresboden gesund zu erhalten – sie fungieren dabei als natürliche „Reiniger“.

Ein Exemplar von Cercodemas anceps, allgemein bekannt als die warzige rosa Seegurke.
Ein Exemplar von Cercodemas anceps, allgemein bekannt als die warzige rosa Seegurke.

In vielen asiatischen Ländern haben einige Arten zudem einen erheblichen kommerziellen und kulinarischen Wert, was in bestimmten Regionen zu einem erheblichen Druck auf ihre Populationen geführt hat.

Aus diesem Grund betonen Experten, dass diese Tiere Teil eines empfindlichen Ökosystems sind, und raten davon ab, sie ohne Aufsicht der zuständigen Behörden anzufassen oder zu entfernen, insbesondere bei außergewöhnlichen Ereignissen wie dem, das derzeit die Küste von Mae Ramphueng betrifft.