Tausende Vögel ziehen in ihre Sommerquartiere: Hier erfährst du, warum sie diese Reise antreten

Der Vogelzug, eine der größten natürlichen Wanderungen auf der Erde, erreicht im Mai seinen Höhepunkt: Hunderte Millionen Vögel erheben sich in die Lüfte, um auf der Suche nach Nahrung und wärmerem Wetter ihre Sommerbrutgebiete zu erreichen.

Da die Vogelzugzeit gerade ihren Höhepunkt erreicht, fliegen Tausende über Nacht zu ihren Sommerbrutgebieten.
Da die Vogelzugzeit gerade ihren Höhepunkt erreicht, fliegen Tausende über Nacht zu ihren Sommerbrutgebieten.

Jedes Jahr im Frühling und Herbst erheben sich Milliarden von Zugvögeln in die Lüfte und legen oft Tausende von Kilometern zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren zurück. Die Frühjahrszugzeit erstreckt sich von Anfang März bis Mitte Juni, wobei der Höhepunkt der Zugzeit von Ende April bis Mitte Mai liegt.

Diese Massenwanderungen sind ein spektakuläres Naturschauspiel und gehören zu den größten der Welt; sie werden durch die Suche nach Nahrung, wärmerem Wetter und idealen Brutplätzen angetrieben.

Jede Nacht erheben sich Hunderte Millionen in die Lüfte

Laut der Tracking-Plattform BirdCast flogen am 4. Mai gegen Mitternacht fast eine Milliarde Vögel über den Himmel der USA – eine der größten Zugvogelbewegungen, die das System je verzeichnet hat.

Gestern Abend ist etwas Erstaunliches passiert – zum ersten Mal zeigte unsere Live-Zugkarte eine enorme, rekordverdächtige Zahl von fast 858 Millionen Vögeln im Frühjahr an! Dass diese Zahl im Frühjahr fast eine Milliarde erreicht, ist einfach unglaublich.


Natürlich brauchen Vögel Lebensräume mit reichlich Nahrung und geeigneten Wetterbedingungen, in denen sie überleben, gedeihen und ihre Jungen aufziehen können. Deshalb ziehen sie im Zuge der jahreszeitlichen Veränderungen weiter.

Jedes Jahr im Frühling und Herbst erheben sich Milliarden von Zugvögeln in die Lüfte und legen oft Tausende von Kilometern zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren zurück.
Jedes Jahr im Frühling und Herbst erheben sich Milliarden von Zugvögeln in die Lüfte und legen oft Tausende von Kilometern zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren zurück.

Nach Angaben des Severson Dells Nature Center beheimatet Nordamerika mehr als 650 Brutvogelarten, von denen über die Hälfte Zugvögel sind.

Jedes Jahr im Frühling und Herbst begeben sich rund 450 Arten – von winzigen Grasmücken bis hin zu majestätischen Raubvögeln – auf eine der außergewöhnlichsten Reisen der Natur: die Migration. Die Frühjahrsmigration findet in ganz Nordamerika statt, doch die meisten Vögel folgen einer von vier Hauptrouten, die als „Flyways“ bekannt sind.

Zu diesen Hauptzugwegen zählen der Atlantik-Zugweg entlang der Ostküste, der Mississippi-Zugweg entlang des Mississippi, der Zentralzugweg quer über die kontinentale Wasserscheide und der Pazifik-Zugweg entlang der Westküste.

Der Vogelzug ist ein faszinierender natürlicher Vorgang auf der Erde, der je nach Art sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge umfasst. Während manche Vögel nur kurze Strecken innerhalb derselben Region zurücklegen, unternehmen andere lange Reisen über Tausende von Kilometern zwischen verschiedenen Lebensräumen.

Risiken der Vogelwanderung

Fernwanderungen sind komplexer und werden von einer Vielzahl von Faktoren wie Wetter, Geografie und Nahrungsangebot beeinflusst; zudem können sie gefährlich sein. Auf ihren Reisen sind Vögel Gefahren wie Raubtieren, Unwettern und von Menschen geschaffenen Hindernissen ausgesetzt. Der Verlust von Lebensräumen ist eine der größten Bedrohungen für Zugvögel.

Dies kann zu Hunger, Erschöpfung und höheren Sterblichkeitsraten führen. Haus- und Wildkatzen sind die häufigste vom Menschen verursachte Todesursache bei Vögeln in Nordamerika und allein in den USA jährlich für schätzungsweise 1,3 bis 4 Milliarden Vogelsterbefälle verantwortlich.



Vögel sind auf ausgedehnte Wälder, Wiesen und Feuchtgebiete angewiesen, um Nahrung und Schutz zu finden. Diese Landschaften werden jedoch zunehmend durch Städte, landwirtschaftliche Flächen und Straßen verdrängt, was die Vögel laut dem Severson Dells Nature Center dazu zwingt, mehr Energie für die Suche nach Nahrungsquellen aufzuwenden.

Vom Menschen veränderte Landschaften gelten als erhebliche Bedrohung für Zugvögel. Durch Kollisionen mit Fenstern kommen jedes Jahr schätzungsweise 599 Millionen Vögel ums Leben, während weitere 200 Millionen durch den Straßenverkehr sterben.

Vögel sind zudem zusätzlichen Gefahren durch Windkraftanlagen, den Flugverkehr und Umweltverschmutzung ausgesetzt. Die meisten Arten wandern nachts und orientieren sich dabei an den Sternen am Himmel, doch künstliches Stadtlicht kann sie verwirren, was zu kräftezehrender Desorientierung oder tödlichen Kollisionen mit Gebäuden führen kann.

Schätzungen zufolge sind in Nordamerika seit 1970 etwa 3 Milliarden Vögel verschwunden, was rund 30 % der gesamten Vogelpopulation entspricht. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit, diese bemerkenswerten Arten durch verstärkte Schutzmaßnahmen zu bewahren, wie zum Beispiel den Schutz der Lebensräume und Zugwege der Vögel sowie die Schaffung sicherer Lebensräume sowohl für die Vogelpopulationen als auch für ihre Zugwege.