Wie wird sich der Klimawandel auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 auswirken?

Die FIFA-Weltmeisterschaft steht kurz bevor. In jeder Halbzeit sind Trinkpausen vorgeschrieben, doch Experten warnen, dass es aufgrund der Wetterbedingungen zu weiteren Unterbrechungen kommen könnte.

Experten warnen, dass es bei der FIFA-Weltmeisterschaft, die nächsten Monat in Nordamerika stattfindet, vermehrt zu hitzebedingten Störungen kommen wird.
Experten warnen, dass es bei der FIFA-Weltmeisterschaft, die nächsten Monat in Nordamerika stattfindet, vermehrt zu hitzebedingten Störungen kommen wird.
Ameya Paleja
Ameya Paleja Meteored Vereinigtes Königreich 4 min

Das Fußballfieber steht kurz vor dem Ausbruch, denn die FIFA-Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni. Bei diesem weltweit mit Spannung erwarteten Turnier kämpfen 48 Nationen um den Titel, wobei die Spiele in drei Ländern ausgetragen werden – den USA, Kanada und Mexiko. Der Wettbewerb kehrt nach drei Jahrzehnten in die USA zurück, doch die Bedingungen werden nicht mehr dieselben sein – und das liegt am Klimawandel.

Wann ist Spielen gefährlich?

Das Turnier umfasst Spiele in 16 Städten, die über ein weitläufiges Gebiet verteilt sind, sodass die Spieler mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen konfrontiert sein werden. Bei den Spielen in Städten an der US-Pazifikküste oder in Kanada ist mit milden Temperaturen zu rechnen. Im Landesinneren der USA oder in Mexiko könnten die Temperaturen jedoch über 30 Grad Celsius liegen, wobei es zu noch höheren Temperaturen kommen kann, wenn die Spiele tagsüber ausgetragen werden.

Die Luftfeuchtigkeit könnte die Situation in diesen Gebieten noch verschlimmern, da höhere Temperaturen den Wet-Bulb-Globe-Temperatur-Index (WBGT) ins Spiel bringen. Der WBGT ist ein zusammengesetzter Index, der Luftfeuchtigkeit, Strahlungswärme und Luftbewegung berücksichtigt – alles Faktoren, die die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, seine Körpertemperatur durch Schwitzen und Wärmeaustausch zu regulieren.

Laut der internationalen Spielervereinigung FIFPRO stellt Hitzebelastung ein echtes Risiko dar, sobald die WBGT-Temperatur 26 Grad Celsius erreicht, weshalb sie fordert, dass in den Spielen Abkühlpausen vorgesehen werden. Erreicht die WBGT-Temperatur 28 Grad Celsius, gelten die Bedingungen als spielunsicher, und das Spiel wird verschoben.

Gefährdete Veranstaltungsorte, gefährdete Menschen

Als die letzte Weltmeisterschaft 1994 in den USA stattfand, gab die Hitze Anlass zur Sorge. Da der vom Menschen verursachte Klimawandel jedoch zu immer extremeren Hitzewellen führt, ist die Wahrscheinlichkeit von Spielunterbrechungen deutlich gestiegen.

Forschern zufolge ist die Zahl der Spiele, bei denen der WBGT-Wert voraussichtlich 26 Grad erreichen wird, von 21,3 im Jahr 1994 auf 25,6 gestiegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die 28-Grad-Marke erreicht wird, ist auf 0,7 gestiegen, wobei das MetLife-Stadion in New York, das Lincoln-Stadion in Philadelphia, das Arrowhead-Stadion in Kansas City und das Hard Rock-Stadion in Miami am stärksten von extremer Hitze betroffen sind.

Weltmeisterschaften finden oft in den Sommermonaten auf der Nordhalbkugel statt. Die starken Schwankungen der Wetterbedingungen während der diesjährigen Veranstaltung könnten es den Spielern jedoch sehr schwer machen, damit zurechtzukommen.

Zwar können klimatisierte Stadien die Hitzebelastung während der Spiele verringern, doch bleiben die Bedingungen für Zuschauer, Versammlungen im Freien und die mit dem Turnier verbundenen Feierlichkeiten gefährlich. Da Klimamodelle darauf hindeuten, dass die Temperaturen weiter steigen werden, wird es schwierig werden, diese Turniere im Sommer auf der Nordhalbkugel auszutragen.

Der Klimawandel hat nicht nur Auswirkungen darauf, wo wir leben und was wir essen können, sondern wird auch das bisher als normal geltende Leben verändern. Wir müssen jetzt Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen, wenn wir nicht wollen, dass sich unsere Welt verändert.