Der Tyrannosaurus rex brauchte 40 Jahre, um seine volle Größe zu erreichen.
Mikroskopisch kleine Wachstumsmarker, die in fossilen Knochen erhalten geblieben sind, deuten darauf hin, dass das Raubtier bis weit ins Erwachsenenalter hinein an Masse zugenommen hat.

Ausgewachsen gehörte der Tyrannosaurus rex zu den größten Landraubtieren in der Geschichte der Erde, dessen immense Masse von dicken, tragfähigen Beinen gestützt wurde. Aufzeichnungen, die im Knochengewebe erhalten geblieben sind, deuten nun darauf hin, dass sich diese Größe über Jahrzehnte hinweg entwickelte, wobei die einzelnen Tiere bis weit ins Erwachsenenalter hinein an Masse zulegten.
Die in PeerJ veröffentlichte Studie untersuchte mikroskopische Wachstumsmarker in fossilen Knochen von 17 Tyrannosaurier-Exemplaren und verwendete aktualisierte statistische Modelle, um die Wachstumsentwicklung der Spezies zu rekonstruieren.
Zeit, in Knochen geschrieben
Diese Markierungen, die als Wachstumsstillstandslinien bekannt sind, bilden sich, wenn sich die Knochenablagerung während saisonaler oder physiologischer Belastungen verlangsamt. Bei lebenden Tieren entsprechen sie oft jährlichen Zyklen, und bei Fossilien liefern sie Paläontologen eine der wenigen direkten Aufzeichnungen über Alter und Wachstum.
Frühere Schätzungen zum Wachstum von T. rex basierten oft auf kleineren Datensätzen und gingen davon aus, dass viele frühe Wachstumslinien verloren gingen, da sich die Knochen im Laufe der Zeit ausdehnten und umformten.

Durch die Untersuchung einer größeren Bandbreite von Proben, darunter auch große ausgewachsene Exemplare, und durch die Identifizierung von Wachstumslinien, die tiefer in der Knochenrinde erhalten geblieben sind, konnte die neue Studie eine längere und detailliertere Wachstumsaufzeichnung erstellen als bisher verfügbar.
Ein jahrzehntelanger Weg zur Erwachsenengröße
Als diese Aufzeichnungen kombiniert und statistisch modelliert wurden, ergab sich ein anderes Bild. Anstatt wie einige frühere Schätzungen vermuten ließen, bereits mit Anfang zwanzig seine volle Größe zu erreichen, scheint der T. rex bis Mitte dreißig und in einigen Fällen sogar bis vierzig weitergewachsen zu sein.

Dieser verlängerte Zeitrahmen lässt vermuten, dass ein erheblicher Teil der Population aus Tieren bestand, die weder Jungtiere noch ausgewachsene Erwachsene waren. Diese subadulten Tyrannosaurier unterschieden sich in Größe und Kraft deutlich von ausgewachsenen Individuen, selbst als sie sich dem Erwachsenenalter näherten.
Diese Erkenntnis könnte auch erklären, warum Fossilien mittelgroßer Tyrannosaurier relativ häufig vorkommen. Anstatt ein kurzes Entwicklungsstadium darzustellen, spiegeln diese Größen möglicherweise eine langwierige Wachstumsphase wider, die viele Jahre andauerte.
Nicht alle Proben passen in das Muster
Nicht jedes Fossil passte genau zur rekonstruierten Wachstumskurve. Zwei kleinere Exemplare stimmten auf statistischer Ebene nicht mit dem zusammengesetzten Wachstumsmodell überein, was darauf hindeutet, dass die Entwicklungsgeschichte innerhalb der Gattung Tyrannosaurus nicht einheitlich war.

Die Autoren interpretieren diese Unterschiede nicht als eindeutigen Beweis für mehrere Arten. Dennoch liefern die Ergebnisse einen quantitativen Kontext für die seit langem geführten Debatten über Variationen innerhalb des Tyrannosaurus rex-Artenkomplexes und unterstreichen die Grenzen der Verwendung der Größe allein zur Ableitung des Alters.
Die Lebensgeschichte des T. Rex neu überdenken
Ein langsamerer Wachstumskurs verändert das Verständnis der Populationen von T. rex. Wenn die Individuen viele Jahre lang an Masse zulegten, bevor sie ihre größte Größe erreichten, umfassten die Ökosysteme der späten Kreidezeit wahrscheinlich eine Vielzahl von Tyrannosauriern in verschiedenen Entwicklungsstadien, nicht nur ausgewachsene Erwachsene und Jungtiere.

Diese verlängerte Wachstumsphase hat Auswirkungen auf die Populationsstruktur und die Überlebensrate sowie darauf, wie oft subadulte Tiere sowohl auf Beute als auch auf größere Konkurrenten treffen. Selbst bei einer so genau untersuchten Spezies wie T. rex ist die Größe allein ein potenziell unzuverlässiger Anhaltspunkt für das Alter.
Durch die Erweiterung der histologischen Probe und deren Integration in statistische Modelle schärft die Studie einen wissenschaftlich anspruchsvollen Teil der Biologie der Tyrannosaurier. Die in fossilen Knochen erhaltenen Wachstumsdaten zeichnen das Bild eines Tieres, dessen adulte Form sich erst spät, nach Jahrzehnten schrittweiser Veränderungen, herausbildete, und offenbaren einen Raubtier, das von Zeit und Größe geprägt war.