In England sollen Zahnärzte weniger Lachgas benutzen und so das Klima schützen
Eine neue Studie des University College of London hat die Nutzung von Lachgas in der Zahnmedizin genauer analysiert. In der Regel wird Lachgas benutzt, um ängstliche Patientinnen und Patienten vor einer Zahnbehandlung zu sedieren.

Ob jung oder alt - Ängste in der Zahnarztpraxis können immer auftreten. Häufig wird Lachgas bei Maßnahmen wie Füllungen, Kronen oder Wurzelbehandlungen eingesetzt. Die Patientinnen und Patienten bekommen so ihre Behandlung nicht mehr bewusst mit und sind erst wieder bei vollem Bewusstsein, wenn die unangenehme Situation vorbei ist.
Es ist bis zu 273 Mal gefährlicher als Kohlendioxid
Jedoch ist Distickstoffmonoxid ein starkes Treibhausgas. Deren Einsatz ist circa 273-mal schädlicher als Kohlendioxid.
Das Forschungsteam konnte auf einen Datensatz von 891 Fällen zurückgreifen. Diese wurden insgesamt von 31 zahnärztliche Fachpraxen zusammengetragen. Das Team konnte einen durchschnittlichen Ausstoß des Gases ermitteln.
Eine große Menge gelangt direkt in die Atmosphäre
Pro Sedierungstermin von 28,6 Kilogramm Kohlendioxidäquivalent (kg CO₂e) festgestellt werden. Dies entspricht etwa einer Autofahrt von circa 72,8 Meilen beziehungsweise circa 117 Kilometer.
Zusammengefasst lag der CO₂-Fußabdruck für eine Woche klinischer Lachgasverwendung zwischen 38,9 und 1.849 kg CO₂e. Diese großen Unterschiede lassen sich auf die individuelle Handhabung jeden Arztes oder jeder Ärztin zurückführen.

Der hohe Wert von 1.849 kg CO₂e entspricht den Emissionen einer Fahrt von 4.709 Meilen beziehungsweise 7578 Kilometer mit einem Benziner.
Bei der Analyse wurde festgestellt, dass es verschiedene Formen der Anwendung gibt. Ein kleinerer Anteil nutzte zentralisierte Rohrleitungssysteme. Die durchschnittliche Verschwendung war an Standorten mit Rohrleitungsversorgung um 30 Prozent höher als an Standorten mit Flaschenversorgung.
Bei der korrekten Handhabung könnten viele Prozente eingespart werden
Schlussendlich zeigt die Analyse große Unterschiede in der Verabreichung von Lachgas, mit Durchflussraten zwischen 1 und 13 Litern pro Minute und ohne eindeutigen Zusammenhang mit dem Alter der Patientinnen und Patienten.
Dies deutet darauf hin, dass viele Patienten möglicherweise mehr Gas erhalten, als sie tatsächlich benötigen.
Quellenhinweise
Helmholtz Klima. (2026). Laughing Gas’ Role in Climate Change. Klimawissen. Klimadialog.
University College London. (2026). Call for dentists to reduce unnecessary nitrous oxide use. Latest News. Home.